Vor 1900 entstanden in Deutschland die ersten Fußballvereine. Sportbegeisterte junge Männer zogen mit Torstangen, meist waren es einfache Bohnenstangen, hinaus auf die Wiesen und huldigten einer neuen Sportart, die die Engländer erfunden hatten. Die neue Sportart wurde zunächst nur in den Städten gepflegt. Zu uns kam die Kunde durch junge Männer, die in Frankfurt arbeiteten. Sie taten sich zusammen und spielten, zunächst ohne Verein, ohne Sportplatz. Wenn ein Tor fiel, schrie man „goal“. Der Torwart war der „goalman“. Davor standen die „backs“ (Verteidiger). Dann kamen die „halfs“ (Läufer) und die „forwards“ (Stürmer). Erst allmählich setzten sich die deutschen Bezeichnungen durch.
Um dem Ganzen eine festere Bindung zu geben, gründeten 13 junge Männer im Jahre 1912 den Fußballclub „Borussia“ Ahl. Der Anfang war schwer und mühevoll. Gekickt wurde in Sonntags- oder Arbeitsschuhen, ohne Trikots, mit einfachen Regeln auf einem Platz in der Gemarkung „Hecke“.


Im 1. Weltkrieg ruhte der offizielle Spielbetrieb. Er wurde 1919 unter dem Vorsitzenden Joseph Weigand, Lehrer in Ahl, wieder aufgenommen. Der organisierte Spielbetrieb setzte aber erst 1925 ein, als der Verein sich der „Deutschen Jugendkraft“ (DJK) anschloss.
Von 1935 – 1945 ruhte der Spielbetrieb wieder, da die Machthaber die DJK verboten und im 2.Weltkrieg die Spieler an der Front waren.
Unter dem Vorsitz von Josef Hummel, dem bald Paul Erhard folgte, wurde der Spielbetrieb 1946 unter dem neuen Namen „Sportgemeinschaft Ahl“ wieder aufgenommen und im „Hessischen Fußballverband“ organisiert. Gespielt wurde in der B- Klasse und die Spieler kamen alle aus Ahl. Die Spielkleidung musste selbst gekauft werden. Zu den Spielen fuhr man mit dem Fahrrad. Weite Strecken wurden mit den „Holzvergasern“ von Seipel oder Zorbach (Salmünster) zurückgelegt.
Gespielt wurde „In der Ruh“, später auf dem Platz an der Brunnenstraße, der unter dem Vorsitzenden Alois Walter 1953 eingeweiht wurde.


Von 1955 – 1975 war der Bürgermeister August Amberg Vorsitzender. In seine Zeit fällt auch der erste große sportliche Erfolg, die Meisterschaft der B-Klasse Schlüchtern-West im Jahre 1968 und der Aufstieg in die A-Klasse Fulda Süd, in der die Mannschaft 5 Jahre spielte.

Von 1975 – 1982 war Wolfgang Böhm 1. Vorsitzender. Er war bis zu seinem plötzlichen Tod ein unermüdlicher Motor des Vereins. Er betrieb den Neubau des Sportplatzes und unter seiner Führung wurde die Mannschaft wiederum im Jahre 1977 B-Klassen-Meister, stieg aber
nach 4 Jahren aus der A-Klasse ab.
Eine A-Jugendmannschaft war 1981/1982 der Stolz des Vereins. Sie wurde Meister ihrer Klasse und in der Spielgemeinschaft mit Marborn auch Meister der Kreisleistungsklasse und später auch Bezirksmeister.
Die talentierten Nachwuchsspieler blieben allerdings nicht in Ahl, was den Verein 1986 veranlasste, eine Spielgemeinschaft mit Bad Soden zu bilden. Die 1. Mannschaft spielte 1986 bis 1989 in der Landesliga und stieg 1989 sogar in die Oberliga Hessen auf. Anfang der 90er Jahre wurde die Spielgemeinschaft aufgelöst, ohne dass eine eigene Mannschaft in Ahl gebildet werden konnte. Es spielte dann nur noch die Altherren-Mannschaft.
Ab 1982 war Alois Noll Vorsitzender. Unter seiner Leitung wurde der Sportplatz fertig gestellt und das Sportlerheim errichtet.
Im Jahre 2002 konnte das 90jährige Bestehen festlich begangen werden.
Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 2004 wurden 3 Vorsitzende gewählt: Josef Hüfner, Walter Lerch und Otto Sachs.
Eine neue Fußballmannschaft nahm in der C - Klasse am Spielbetrieb teil. Seit dem Jahre 2010 war Walter Lerch alleiniger Vorsitzender. Schriftführer war Manfred Nimmerfroh und Kassenwart Jürgen Blasek.* 

Seit der Hauptversammlung 2014 ist der Vorstand wieder komplett besetzt, mit den drei Vorsitzenden Walter Lerch, Gernot Schmitt und Bernhard Hagemann, dem Kassierer Daniel Schier und dem Schriftführer Dr. Daniel Nix. Beisitzer sind Winfried Hummel (Alte Herren) und Helene Wolf (Frauengymnastik).* 


a) Sportlerheim
Während der nachgeholten Feier zum 80. Geburtstag weihte die Sportgemeinschaft Ahl mit einem Kommers im Mai 1993 ihr Sportlerheim ein. Ewald Wolf berichtete über die Vereinsgeschichte. Landrat Eyerkaufer lobte die große Eigenleistung der ehrenamtlichen Helfer während der Bauzeit. P.Matthias Kircher segnete das Gebäude. Musikalisch umrahmt wurde der Kommersabend vom Kirchenchor Ahl. Das funktionale Gebäude mit einem Gastraum und sanitären Einrichtungen kostete 360 000 DM.


b) Gymnastikgruppe
1979 kam es zur Erweiterung der Vereinsaktivitäten: Es wurde eine Frauengymnastikabteilung gegründet. Federführend waren Monika Amberg, Rosemarie Hummel und Gerda Sachs. Erste Übungsleiterin war Frau Rotter aus Bad Soden. Die Übungsstunden wurden im Saal der Gastwirtschaft „Grüne Aue“ abgehalten. Neue Übungsleiterin wurde 1980 Helene Wolf. Neben den wöchentlichen Gymnastikstunden montags in der Turnhalle Salmünster stand ein jährlicher Busausflug zur Pflege der Geselligkeit auf dem Programm. Anfang 2005 konnte das 25jährige Jubiläum der Abteilung gefeiert werden.


c) Wander- und Skiabteilung
1989 wurde eine neue Gruppe gegründet: Die Wander- und Skiabteilung. Sie steht unter der Leitung von Host Röhrig und trifft sich monatlich zu abwechslungsreichen Wanderungen. Sogar hochalpine Touren in Österreich standen auf dem Programm. Am Ende des Jahres werden die Wanderkönige gekürt, Mitglieder, die die meisten Kilometer mitgelaufen sind. Die Wandergruppe wurde 2013 aufgelöst.*


Aus: Ewald Wolf, Ahl – Ein Dorf an des Reiches Straße, 2011

Danke, Ewald!


* Aktualisiert 2014 durch Bernhard Hagemann